
Bereits zum 39. Mal wurde die heimische Motorsportlandschaft mit dem absoluten Rallyeklassiker der LKW FRIENDS on the road Jännerrallye powered by WIMBERGER mit Start und Ziel im oberösterreichischen Freistadt eröffnet.
So wie in den Jahren zuvor waren die Veranstalter der Rallyeclub Mühlviertel gemeinsam mit der Jännerrallye Freistadt gGmbH dafür verantwortlich. Auch heuer war man im Vorfeld dieses absoluten Rallyeklassikers bemüht, wieder einige Premieren in den Ablauf einzubauen. So wurde die Liveberichterstattung weiter verbessert, außerdem hat man die Sendung in vier Sprachen präsentiert, wobei im englischen Teil Hollie MacRae, die bildhübsche Tochter des englischen Rallyekings Colin McRae, für die Präsentation sorgte. Weiters wurde ein Welcome Center in der benachbarten WKO eingebaut, um die hochkarätigen Gäste und auch teilweise Sponsoren und Unterstützer empfangen zu können.
Zum sportlichen Verlauf
In Simon Wagners imaginärem persönlichen Siegesalbum der momentan bestehenden österreichischen Rallyes fehlte bislang ein einziges Pickerl. Ausgerechnet die Seite seiner oberösterreichischen Heimrallye „zierte“ ein weißer Fleck. Fünf Staatsmeistertitel hat der Unterweitersdorfer in den letzten fünf Jahren eingeheimst, alles, was es national zu gewinnen gibt, hat er schon doppelt und sogar öfter gewonnen. Einzig ein Triumph bei der Jännerrallye im Mühlviertel blieb ihm verwehrt. Bis heute. Denn bei der 39. Ausgabe des Klassikers hat Simon Wagner endlich das fehlende Pickerl erstanden, um sein rotweißrotes Sammelwerk komplettieren zu können. Dazu benötigte er neben seiner zuverlässigen deutschen Copilotin Hanna Ostlender 18 Prüfungen lang höchste Konzentration, fahrerische Spitzenklasse, ein Top-Auto, ein wenig Glück und ein professionell arbeitendes Team im Hintergrund. Das alles hatte er!
Obwohl internationale Klassepiloten wie der Este Romet Jürgensen oder der norwegische WM-Pilot Mads Østberg im Aufgebot standen, war bei der Jännerrallye 2026 schnell klar: Der diesjährige Sieg konnte nur entweder über den Gewinner der letzten beiden Jahre Michael Lengauer oder über den endlich danach heischenden Simon Wagner führen. Es entwickelte sich ein Sekunden-Thriller, in dem Wagner jedoch immer die Regie führte. Denn die Führung gab der österreichische Champion von Anfang an nie aus der Hand. Höchste Gefahr drohte ihm nach SP 8, als ihm ein völlig enthemmter Lengauer in Sportarena Liebenau plötzlich acht Sekunden abnahm und er Gefahr lief, die Spitzenposition vor der Übernachtung zum Entscheidungstag noch zu verlieren. Doch Simon Wagner blieb trotz seiner mitgebrachten Verkühlung cool und rettete sieben Sekunden Vorsprung in den letzten Tag. Dort brachte schon die erste Sonderprüfung in St. Oswald das vorentscheidende Schockerlebnis für Michael Lengauer, der sich zum Ziel gesetzt hatte, dem Spitzenreiter Simon Wagner mit einer morgendlichen Fabelzeit wenigstens einen Ansatz von Nervosität einzuhauchen. Doch schon kurz nach dem Start bremste ein Knall jäh die Bestrebungen des Verfolgers. „Wir haben irgendetwas unter dem Schnee getroffen, ich weiß aber nicht was, vielleicht ein Wasserrohr. Das war’s dann wohl“, war Lengauer im Ziel enttäuscht. Vom linken Vorderreifen seines Skoda Fabia hingen nur noch Fetzen an der Felge. Tragisches Fazit: Eineinhalb Minuten Rückstand auf Simon Wagner, der das erreichte, was Lengauer eigentlich wollte – die erste Bestzeit des Tages. Und weil ihm dann sein allererster Jännerrallye-Sieg verständlicherweise weit wichtiger war als das Entertainment, brachte Simon Wagner diesen relativ humorlos ins Ziel.
Endstand nach 18 Sonderprüfungen:
1. Simon Wagner / Hanna Ostlender
2. Michael Lengauer / Jürgen Rausch
3. Mads Østberg / Sergiu Itu
4. Hermann Neubauer / Ursula Gassner
5. Romet Jürgenson / Siim Oja
6. Jaroslaw Koltun / Ireneus Pleskot
7. Martin Rossgatterer / A. Thauerböck
8. Philipp Kreisel / Daniel Foissner
9. Albert von Thurn und Taxis / Jara Hain
10. Petr Kacirek / Ondrej Krajca
weiterführende Links:
Jaennerrallye
ORM
Einige Impressionen / Copyright Sport-Photo