9.Jacques Lemans Kärnten Rallye

Lauf drei der Austrian Rallye Challenge und Lauf vier des Alpe Adria Rally Cup begeisterten  zigtausende Rallyefans, blieben bis zum Schluss spannend. Hauptdarsteller war Hermann Neubauer, vom Start weg im Ford Fiesta S2000 der logische Favorit. Den Sieg vor Augen, wurde dem Salzburger die Technik zum Verhängnis. Damit feierte der Grazer Günther Knobloch im Mitsubishi Lancer Evo IX seinen ersten Gesamtsieg bei der 9. Jacques Lemans – Kärnten Rallye powered by UNIOR.

Im Rückspiegel betrachtet, die JL-Rallye war mit vier S2000 Boliden und insgesamt 12 RC 2 Autos im 58-köpfigen Starterfeld, hochkarätig besetzt. Hermann Neubauer übernahm gleich das Kommando, legte vor, lag nach 6 SP`s 1:40,4 Minuten vor seinem ersten Verfolger Gerald Rigler im Peugeot 207 S2000. Neubauers Herzdame, Österreichs Topmodel Dominique Regatschnig, die durch ihren Großvater sogar über Kärntner Wurzeln verfügt, navigierte ihren Herzbuben gekonnt durch die selektiven Sonderprüfungen. Den Ausrutscher, ein unfreiwilliges Querstellen in SP 2, nahm Neubauer auf seine Kappe. Ihm war auch bewusst, nur er selbst kann sich beim zweiten Gesamtsieg in St. Veit im Wege stehen: „Bis zum Ausrutscher in SP 2, den ich nicht näher kommentieren möchte, lief alles nach Plan. Dominique hat sich wohl gefühlt, ihren Part fehlerlos gemeistert und das bei Temperaturen jenseits von 60 Grad im Cockpit. Leider ist in SP 7 der Motor des Ford Fiesta abgestorben und nicht mehr angesprungen. Ein Pleuel hat ein Loch in den Motor gerissen, ein kapitaler Motorschaden. Das ist eben Rallye.“

Damit übernahmen die OÖ Gerald Rigler / Martin Rossgatterer die Führung, aber nur bis zur letzten SP 8, dem Karosserie-Puck-Rundkurs in Hörzendorf. Auch Riglers S2000 Bolide streikte plötzlich. Motorschaden, es hat den Zylinderkopf „zerrissen“, lautet die erste Diagnose.

Nutznießer dieser Turbulenzen war der Grazer Günther Knobloch, mit Sandra Stifter am heißen Beifahrersitz, der mit seinem Mitsubishi Lancer Evo IX schon im Vorjahr, bis zu seinem Ausfall in SP 2, Führungsqualitäten bewiesen hat. Der Grazer Zweiradprofi ist durchaus ein Gewinn für die heimische Rallyeszene. Im Vorfeld der JL-Rallye hat „Knobi“ selbst nicht einmal mit einem Stockerlplatz gerechnet. Jetzt ist er ein würdiger und strahlender Gesamtsieger geworden: „Dabei haben wir beim Mitsubishi schon in der ersten SP den zweiten Gang verloren. Egal, Ende gut, alles gut. Schade natürlich für Neubauer, der hätte die Rallye wohl sicher gewonnen“, hält sich seine Freude doch in Grenzen.

Über Platz zwei in der Gesamtwertung freute sich Jungehemann Christian Schuberth-Mrlik im Subaru Impreza WRX. Der NÖ hat heuer schon die Schneerosen Rallye gewonnen, lag in Kärnten von Beginn in Stockerlplatz-Nähe. In der ART-Wertung sicherte sich Schuberth-Mrlik vor Harald Ruiner / Willi Jankowski, im Nissan Z350, Platz eins.

Förmlich abgeräumt hat auch Michael Kogler, der mit dem Citroen DS3 R3T, der rasenden UNIOR-Werkzeugkiste, gesamt Dritter wurde. Der Melker genoss bei seinem Auftritt auch 50 %-igen Kärntenanteil, hat er sich doch für die JLR mit dem Lavanttaler Co-Piloten Gerald „Gerry“ Winter verstärkt. Sein Citroen DS3 R3T, verfügt gegenüber den vier S2000 Boliden im Feld „nur“ über Frontantrieb. Für Kogler kein Hindernis auch die Klasse RC 3 vor seinen Landsleuten Wolfgang Regberger / Vera Hinteramskogler im Suzuki Swift S1600, zu gewinnen. Auch in der ARC-Wertung hatte Kogler die Nase vorne.

Den Titel „Bester Kärntner“ sicherte sich der St. Veiter Heinz Leitgeb, der mit Tochter Jasmin sein Traumauto, den Peugeot 207 S2000, auf den 5. Gesamtrang parkte. „Für mich war es ein einzigartiges Erlebnis. Ich wollte es und habe es getan. Mein Wunsch ging in Erfüllung, nach einer kurzen Gewöhnungsphase im Grenzbereich der Fliehkräfte hat es riesen Spaß gemacht.“ Leitgeb gewann auch die AARC-Wertung vor Franz Schulz/Martin Schierl im Peugeot 207 RC R3T. Platz drei holte das Kärntner Duo Norbert Liebert / Horst Nadles, Mitsubishi Lancer Evo IX. Das Lavanttaler Duo Ferdinand Mitterbacher / Roland Gruber, im Opel Ascona B, erreichten in der AARC-Wertung Rang vier. Im Historic Rallye Pokal der OSK landete Mitterbacher hinter Ex-Champion Kurt Göttlicher, im Ford Sierra Cosworth, auf Platz zwei. Der Sieg im Junior Alpe Adria Rally Cup ging an Daniel Pauli / Julia Götzl im BMW E36 M3.

Beeindruckend die Vorstellung von Reini Sampl, der mit Daniela Reiterer. Dass Reini querschnittgelähmt ist und nur mit den Händen Gas geben und bremsen kann, war von außen nicht zu bemerken. Sein Audi TTS Rallye wurde erst kurz vor dem Start fertig. „Ich startete mit Respekt, musste mich erst ans neue Auto gewöhnen, habe das aber rasch erledigt und die Hitze bekämpften wir mit der Klimaanlage.“ Ein Vorteil, auf den nur Serienfahrzeuge zurückgreifen konnten. Im Vorjahr 16-ter, hat diesmal Platz 13 herausgeschaut. Sampl fuhr zweimal sogar die elftbeste Zeit!

weitere Infos zur Jacques Lemans Kärnten Rallye => Rallye 2015

[flickr_tags tags=”201506jacqueslemanskärntenralley”]

 

 

Das könnte Ihnen auch gefallen ...

Wir benutzen Cookies um die Nutzerfreundlichkeit der Webseite zu verbessen. Durch Deinen Besuch stimmst Du dem zu.