Grandiose Jännerrallye

Eine der schwierigsten Jännerrallyes aller Zeiten fand mit dem 23-jährigen Sensationsmann aus Mauthausen auch einen Sieger der in die Geschichte dieser Traditionsveranstaltung eingehen wird. Er gewann seine erste Rallye mit einem Skoda Fabia R5 mit über acht Minuten Vorsprung!

Im Mittelpunt des heimischen Motorsportgeschehens stand an diesem Wochenende die bereits 34. Auflage der LIETZ SPORT Jännerrallye mit Start und Ziel in Freistadt. Erfreulich für das Veranstalterteam  des Rallyeclub Mühlviertel war der Umstand, dass es so wie im Jahre 2015 wieder eine echte Winterrallye mit heftig viel Schnee und Eis wurde.

Dass Julian Wagner, der heuer zum ersten Mal mit einem Skoda Fabia R5 in der Klasse der stärksten Fahrzeuge mitfährt, am Ende aus der Reihe der besten Piloten Österreichs noch herausragte, war einerseits dem unglaublichen Talent des 23-jährigen Mauthauseners geschuldet, andererseits auch dem BRR-Team von Rekordmeister Raimund Baumschlager, der die Fähigkeiten des jungen Mannes schon länger beobachtet und ihn für die heurige Saison mit einem Skoda Fabia R5 ausgestattet hat. Julians fulminanter Vorsprung von über acht Minuten auf den letztendlich Zweitplatzierten Gerald Rigler bzw. über neun Minuten auf den Drittplatzierten Gerhard Aigner lässt sich eigentlich am besten von den drei selbst beantworten:

Julian Wagner (Skoda Fabia R5): „Hier zu gewinnen, ist einfach nur ein Traum. Ich bin zum ersten Mal in einem Skoda Fabia R5 gesessen. Ich kann mich nur bei allen bedanken, die da mitgeholfen haben, meinen Sponsoren, den unglaublichen Fans entlang der Strecken und ganz speziell bei Raimund Baumschlager, dessen BRR-Team uns ein top-vorbereitetes Auto zur Verfügung gestellt und der mich immer wieder mit den nötigen Tipps versorgt hat.”

Gerald Rigler (Ford Fiesta R5): „Ich wäre eigentlich mit einem Top-5-Platz hochzufrieden gewesen. Aber Platz zwei ist natürlich unglaublich. Wir haben nach anfänglichen Schwierigkeiten super in die Rallye reingefunden. Ohne Fehler ist es nicht gegangen, aber offensichtlich oder zum Glück haben die anderen mehr gemacht als wir. Gratulation an Julian, diese Rallye mit so einem Vorsprung zu gewinnen – Hut ab! ”

Gerhard Aigner (Skoda Fabia R5): „Das war mit Sicherheit die schwierigste Rallye, die ich je bestritten habe, aber es war einfach geil. Julian kann man nur gratulieren, er ist gigantisch gefahren. Über den neuerlichen Podestplatz hier nach Rang zwei im Vorjahr bin ich sehr, sehr happy!”

Während der ehemalige 2WD-Staatsmeister (2017) Julian Wagner mit seiner deutschen Copilotin Anne Katharina Stein also zu Recht über seinen ersten ORM-Sieg jubeln durfte, hatten neben Hermann Neubauer auch andere Hauptdarsteller weniger Glück. Simon Wagner, schon letztes Jahr praktisch als Sieger noch auf der letzten Etappe ausgeschieden, wurde auch heuer von der Technik seines Autos im Stich gelassen und musste auf dem Weg zu Platz zwei den Skoda Fabia auf SP 13 Bad Zell – Tragwein Aisttal mit einem Elektronikdefekt abstellen. Die 13 freilich wurde auch Vorjahrssieger Johannes Keferböck zum Verhängnis. Der Pregartner verlor nach einem Ausritt in den Schnee über 10 Minuten und damit seine Chance auf einen weiteren Podestplatz. Und Lokalmatador Ernst Haneder musste nach der Unglücksprüfung sogar vollends aufgeben. Und auch der Deutsche Routinier Hermann Gaßner kam hier nicht ins Ziel. Besonders bitter – es war die insgesamt 500. Rallye in der unglaublichen Karriere des Bayern. Schon zuvor musste auf SP 9 in Unterweißenbach der letztjährige Sensations-Vierte Johann Seiberl nach einem Ausritt die Segel streichen.

Umso glücklichere Gesichter sah man hingegen im Lager der Lokalmatadore, die dadurch mit leistungsmäßig schwächeren Boliden zu einem Spitzenplatz bei der Traditionsrallye fuhren. An vorderster Front natürlich ein weiterer Sensationsmann –  Michael Lengauer im Subaru WRX, der bei seiner ersten Jännerrallye überhaupt eigentlich nur ins Ziel kommen wollte und nunmehr über einen nie erwarteten vierten(!) Gesamtrang jubeln durfte („Das war ein unfassbares Erlebnis. Ich hab‘ mich von Anfang an wohl gefühlt und keinen einzigen wirklich schweren Fehler gemacht.“) Martin Fischerlehner im Mitsubishi Evo 6.5 holte noch vor Johannes Keferböck Platz fünf. Und auch diese Spitzenfahrer sprachen angesichts der extremen Bedingungen genauso wie die restlichen Top-ten-Piloten Bernhard Stitz, Mario Traxl und  Günther Königseder von „einer Jännerrallye, so wie man sich eine solche halt vorstellt“!

LIETZ SPORT Jännerrallye 2019, Endstand nach 16 Sonderprüfungen:

  • 1. Julian Wagner /Anne Katharina Stein (Skoda Fabia R5) 2:39:28,8 Std.
  • 2. Gerald Rigler/Jürgen Heigl (Ford Fiesta R5) +8:21,1 Min.
  • 3. Gerhard Aigner/Martin Tomasini (Skoda Fabia R5) +9:02,3 Min.
  • 4. Michael Lengauer/Andreas Thauerböck (Subaru WRX) +14:34,2 Min.
  • 5. Martin Fischerlehner/Cathi Schmidt (Mitsubishi Evo 6.5) +16:49,0 Min


Sonderprüfungsbestzeiten: Julian Wagner 13, Simon Wagner 2, eine Prüfung (SP 11) wurde witterungsbedingt aus Sicherheitsgründen neutralisiert

offizieller Link
Jännerrallye

Einige Impressionen der Jännerrallye 2019:

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